Steht auf für Gerechtigkeit Malaysia könnte zauberhaft sein: Mit vielen Stränden, fruchtbaren Ebe-nen an den Küsten, tropischem Dschungel, Hügeln und Bergen bis 4000 Meter hoch, versucht es mit Erfolg, Touristen anzuziehen. Ja, wenn es Korruption, Ungerechtigkeit und vor allem die Menschenrechtsverlet-zungen nicht gäbe! Aber man spricht unter dem Druck der Regierung am besten nicht darüber. Auch für Christinnen und Christen (gut 9%) kann es gefährlich sein, Kritik zu üben. Die Weltgebetstagsfrauen haben in ihrer Liturgie einen Weg gefunden, Ungerechtigkeiten, die „zum Himmel schreien“, anzuprangern: Sie las-sen die Bibel sprechen. Die harten Klagen des Propheten Habakuk schreien zu Gott. Da sind sie gut aufgehoben. Und die Geschichte von der hartnäckigen Witwe und dem korrupten Richter aus dem Lukasevangelium trifft genau den Lebenszusammenhang der Verfasserinnen und vieler Menschen weltweit. Habakuk, der in seiner Klage – auch gegen Gott – heftig austeilen kann, ermutigt die Christinnen, Gott im Gebet auch ihrerseits ihre Klagen vorzutragen. „Wir sehen, dass unter-schiedliche Auffassungen im politischen und religiösen Bereich mit Gewalt unterdrückt werden... Stimmen für Wahrheit und Gerechtigkeit werden zum Schweigen gebracht. Korruption und Gier bedrohen deinen Weg der Wahrheit, Gott.“ Darf eine Frau so mutig und offen in den politischen Raum hineinreden? Die Weltgebetstagsfrauen trauen sich, das Bild von der „stumm leidenden malaysischen Frau“, das nicht nur in Männerköpfen immer noch gültig ist, im Gebet zu widerlegen. Weltweit wollen sie alle Christinnen und Christen am 2. März 2012 aufrufen, auf-zustehen für Gerechtigkeit. Ermutigt durch die Zusage Jesu, die sie sechsmal in ihrer Liturgie wiederholen: Selig sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, Gemeinsam Kirchesein – weltweit und vor Ort Studientag in Erinnerung an Pfarrer Gerhard Hoffmann Das Ökumenische Zentrum hat am 29. Oktober 2011 zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Frankfurt zu einem Studientag über die theologischen Grundlagen und die gegenwärtigen Herausforderungen des ökumenische Zusammenlebens von Kirchen und Gemeinden eingeladen, ein Thema, das uns im ÖZ täglich ganz konkret und praktisch beschäftigt. In einem Grußwort erinnerte Esther Gebhardt, die Vorsitzende des Evangelischen Regionalverbandes, an den langjährigen Leiter des Fachbereichs Ökumene und Ausländerarbeit Pfarrer Gerhard Hoffmann. Er war nicht nur der Mitbegründer des Ökumenischen Zentrums, sondern hat in Frankfurt die Unterstützung von Flüchtlingen, die Flughafenseelsorge, das psychosoziales Zentrum für Beratung und Hilfe, das Ökumenische Pfingstfest und viele andere Aktivitäten aufgebaut und geleitet. Der Hauptvortrag von Dr. Karl-Heinz
Dejung, dem ehemaligen Leiter der Ökumenischen Zentrale der EKHN, galt dem
missionstheologischen Denken von Gerhard Hoffmann. Dann kamen Vertreter und
Vertreterinnen von vier verschiedenen Wegen des ökumenischen Miteinanders in
einer Podiumsdiskussion zu Wort, die von Dr. Ursula Schoen für die ACK moderiert
wurde. Der Tag wurde dokumentiert.
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