Zum Archiv‎ > ‎

2007 - Höre Israel! Eine Veranstaltung des ÖZ-Arbeitskreises Palästina - Israel

veröffentlicht um 05.04.2010, 10:22 von Web Master   [ aktualisiert 29.04.2015, 05:44 von B Caruso ]
Zu einer Lesung aus dem Buch „Checkpoint Watch. Zeugnisse israelischer Frauen aus dem besetzten Palästina“ hatte der Arbeitkreis Palästina-Israel mit anderen am 16. Oktober ins Ökumenische Zentrum Christuskirche eingeladen. Die Verfasserin des Buches und Mitbegründerin der Checkpoint Watch (hebr. MachsomWatch) Organisation, Yehudit Kirstein Keshet, und ihre Übersetzerin, Ulrike Vestring, berichteten eindrücklich von ihrer Arbeit und ihren Erfahrungen. Die Überschrift eines von Frau Kirstein Keshet zitierten Gedichtes von Erich Fried „Höre Israel“ war wie der Leitfaden dieses Abends.

Checkpoint Watch ist eine Organisation israelisch-jüdischer Frauen, die die Vorgänge an den Kontrollposten/Checkpoints in den Palästinensergebieten beobachten und dokumentieren. Die 300-400 israelischen Frauen wollen Palästinensern helfen, die an den Checkpoints schikaniert und misshandelt werden, in kritischen Fällen vermitteln und Menschenrechtsverletzungen publik machen. Dabei können die Frauen nicht die palästinensischen Gebiete betreten, sondern nur von der israelischen Seite aus arbeiten. Oft stehen sie auch den jungen israelischen Soldaten bei, die ihrer Rolle an den Wachposten nicht gewachsen sind. Das Buch ist bisher nur auf englisch und deutsch erschienen und kann in Israel nicht erworben werden.

Yehudit Keshet Kristein beeindruckte die Zuhörenden mit ihrer schonungslosen Analyse der Rolle des Checkpoints in der israelischen Besatzung, die es der Armee ermöglichen, sämtliche Bewegungen der Zivilisten in den palästinensischen Gebieten zu kontrollieren. Willkür und menschenverachtende Handlungen sind an diesen Orten an der Tagesordnung. Wir Frauen, so sagte sie, haben es nicht geschafft, die Checkpoints abzuschaffen. Umso wichtiger ist es, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn sie unangenehm ist. Bei dieser Arbeit erführen sie zwar wenig Anerkennung, aber im Grund auch keine Ablehnung in der israelischen Gesellschaft. Sie schloss mit den Worten: Wer Ungerechtigkeiten anprangert, muss darauf achten, dass er dabei nicht anderen Unrecht zufügt!

Ursula Schoen