Willkommen im Ökumenischen Zentrum


Die weltweite Ökumene hat hier einen Ort.

In diesem Sinne feiern die Gemeinden, die im Ökumenischen Zentrum beheimatet sind, Gottesdienst:
die Evangelische Personalkirchengemeinde Christus-Immanuel – Sonntags, 11 Uhr
die Evangelische Oromo-Gemeinde (äthiopische Ev. Mekane Yesus Kirche) – Sonntags, 13 Uhr

die Serbisch-Orthodoxe Gemeinde des hl. Apostels und Evangelisten Lukas – Sonntags, 9 Uhr

eine christliche chinesische Gemeinde – Sonntags, 15 Uhr

Sie sind zu den Gottesdiensten und den Veranstaltungen der Gemeinden herzlich willkommen.

Das Ökumenische Zentrum besteht jetzt seit 35 Jahren.
Zu unserem Jubiläum vor fünf Jahren schrieben wir:

Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen.

Seit 30 Jahren willkommen! Mit diesem Motto luden die Gemeinden des Ökumenischen Zentrums Christuskirche am letzten Septemberwochenende 2008 zu ihrem 30-jährigen Jubiläum ein. Warum aber prangten Schuhe und Pantoffeln auf der Einladungskarte? Sitte ist es in der Christuskirche nicht, am Eingang gleich die Schuhe abzulegen. Aber Sitte war es in vielen deutschen Haushalten. Bei Besuchen wurde dem Gast von den Gastgebern gleich nach der Begrüßung ein Paar passende Hausschuhe gereicht. Was zählte war die Geste: Die Gäste sollten sich zuhause fühlen und auf ein längeres Beisammensein einrichten.

Beide Intentionen standen Pate bei der Entstehung des Ökumenischen Zentrums Christuskirche vor 30 Jahren. In seiner Art in Deutschland einzigartig, wie einer seiner Gründungsväter schrieb, sollte es Menschen aus Nord und Süd, aus Ost und West die Möglichkeit geben, zusammen zu leben und ihre Identität zu finden. Wer die Gründungsfestschrift von 1978 heute studiert, ist bewegt von der großen Vision, die dieses Zentrum ins Leben rief und seine Konzeption bestimmt hat.

Für alle Formen menschlichen Zusammenlebens gilt, dass das Erhoffte und faktisch Erlebte zusammengehalten werden muss. Das gilt für den Alltag einer Ehe wie für den Alltag des Ökumenischen Zentrums. Immer wieder drohen verlorene Schlüssel, nicht beachtete Raumbelegungen, zurückgelassene Müllsäcke, aber auch die Belastungen der einzelnen Gemeinden – die politische Situation in Serbien, die Sparzwänge der EKHN, die gesellschaftliche Abwehr gegen afrikanische Flüchtlinge – diese Anfangsvision zur Illusion werden zu lassen.

Visionen lassen sich möglicherweise gar nicht Stück für Stück in ein Alltags-ABC übertragen, sie sind vielmehr der Horizont, in dem ein Zusammenleben geschieht, oder der Blickwinkel, den ich auf eine Gemeinschaft habe. Der Spruch für diesen Monat, der aus Psalm 65 entnommen ist: Du machst fröhlich, was da lebet im Osten wie im Westen, spricht von diesem Horizont als Horizont unseres Glaubens. Er spricht von uns als Gegenüber der göttlichen Zuwendung, als Menschen, die Gott zu erfülltem und befreitem Leben einlädt. Diese Einladung gilt denen im Osten und im Westen. Fröhlich werden sollen alle, nicht nur die kleine Gemeinde, zu der ich mich halte. Im Miteinander der Christinnen und Christen aus aller Welt ist diese Aussage des Psalms oft nur schwer durchzuhalten: Die Neigung, die eigene liturgische Tradition, dogmatische Lehre und spirituelle Erfahrung für die "allein selig machende" zu halten, wohnt jeder Glaubensgemeinschaft inne.

In unseren ökumenischen Gottesdiensten im Zentrum, kommen wir dieser Vision vielleicht am nächsten. Sie sind für mich die Basis für einen respektvollen und achtsamen Umgang im Alltag, der andere wahrnimmt und zu verstehen sucht. Dazu können Schuhe wieder sehr nützlich werden, denn "willst du wissen, wie ein anderer lebt, musst du in seinen Schuhen gehen", sagt ein afrikanisches Sprichwort.

                                                                                             Pfarrerin Ursula Schoen